Entzünde (d)ein Licht – für alle Fälle

Am Sonntag, den 7. Dezember 2014, diente Apostel Rolf Wosnitzka den Glaubensgeschwistern der vogtländischen Gemeinden Auerbach, Falkenstein und Lengenfeld. In diesem Gottesdienst versetzte er Priester Hans-Günter Thoß in den Ruhestand und ordinierte Diakon Sven Kessler zum Priester.

Zum Mitdienen rief der Apostel den Priester Hans-Günter Thoß und den Bezirksältesten Thomas Blank.

Die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes erfolgte durch den Gemeindechor und Instrumentalisten.

Als Bibelwort für den Gottesdienst diente Jesaja 9,1:

„Das Volk, das im Finstern wandelt, sieht ein großes Licht, und über denen, die da wohnen im finstern Lande, scheint es hell.“

Zu Beginn des Gottesdienstes nahm Apostel Wosnitzka Bezug auf das vorgetragene Chorlied „Sehet, welch eine Liebe“ von Gottfried August Homilius (1714-1785). Darin heißt es „…, dass wir Gottes Kinder heißen“. Er merkte an, dass es nicht selbstverständlich sei, zu den Kindern Gottes zu gehören. Das Siegel der Gotteskindschaft ist der erste Schritt hin zur Vereinigung mit Jesus Christus. Jedoch gilt es darüber hinaus, Aufgaben zu erfüllen, die uns Gott stellt.

Weiter führte er aus, dass die Adventszeit etwas Besonderes sei. Denn es ist die Zeit der Begegnung in der Familie und mit Freunden. Doch nicht jeder hat die Möglichkeit dazu. Sicher kommt da Wehmut auf. In diesem Fall ist der Gottesdienst die erste Möglichkeit, für sich ein Licht anzuzünden und Gemeinschaft mit anderen zu haben.

Womit wir beim Bibelwort wären: Gott sandte seinen Sohn auf die Erde – nicht als Herrscher, sondern als Lichtbringer. Der Gegensatz dazu ist die Finsternis. Finsternis bedeutet

  • Gottferne und
  • das mit Sünde Behaftete.

Wie oft befinden wir uns in der Gottferne? Eine Umfrage hat ergeben, dass lediglich 5 bis 7 Prozent der Bevölkerung in den östlichen Bundesländern für Gott einen Platz in ihrem Herzen haben. Ähnlich war es auch zu Zeiten Jesu. Die Menschen hatten andere Probleme und andere Erwartungen an Jesus Christus.

Wie sieht es gegenwärtig aus?

Besonders in der Adventszeit sorgen die Konsumtempel für Ablenkung vom Sinn des Lebens. Der Sonntag wird nicht mehr als Ruhetag betrachtet. Jeder ist sich leider selbst der Nächste. Doch es ist unumstritten, dass die Seele auch Zuwendung braucht.
Wir können dankbar sein, dass wir das Licht Jesu haben. Wir können zwar nicht verhindern, dass es um uns herum finster ist. Wir können aber dafür sorgen, dass das göttliche Licht in die Finsternis gebracht wird. Besonders zur Adventszeit sind die Menschen empfänglich dafür. Suchen wir das Gespräch mit ihnen und erzählen wir ihnen davon, dass das Licht Jesu Wärme und Trost bringt und richtungsweisend ist.

Welche Lichter erhellen unser Umfeld?

Zu nennen wären der Friede Gottes, die Erwartung der Wiederkunft Jesu Christi, der Glaube, die Hoffnung, unser Platz in der Gemeinde, die Hoffnung auf Sündenvergebung, auf Gottes Gnade, seine Hilfe, seinen Beistand und seinen Schutz sowie die Zusage Jesu, dass er für uns die Himmelsheimat bereitet.

Kurz gesagt: Wir dürfen uns auf das Licht Jesu hin ausrichten.

Priester Thoß brachte in seiner Copredigt zum Ausdruck, dass heute alle die Gemeinden versammelt sind, die insbesondere in seinem Amtsleben eine Rolle gespielt haben, und das freue ihn sehr. Des Weiteren führte er aus, dass es nicht immer leicht war, den Amtsauftrag zu erfüllen. Doch er war sich seiner Verantwortung seinen Geschwistern und dem Werk Gottes gegenüber stets bewusst. Und ein Spruch eines sehr guten Freundes begleitet ihn bis zum heutigen Tag: „Wenn du es schön haben willst, dann musst du dafür arbeiten.“ Es sich gemeinsam schön zu machen, ist nicht immer einfach, erleichtert im Endeffekt aber den Lebens- und auch den Glaubensweg, so sein Appell an die Glaubensgeschwister.

Wenn man sich wohlfühlen will in einer Gemeinschaft, dann muss die „Chemie stimmen“, so Apostel Wosnitzka. Wo dem nicht so ist, braucht es einen Katalysator, um die chemische Reaktion in Gang zu bringen. Solch ein Katalysator für schönes Miteinander kann die Liebe sein.

Der Apostel bescheinigte Priester Thoß während seiner Ansprache zur Inruhesetzung, dass die Chemie zwischen ihnen beiden immer gestimmt habe. Er habe nie jemanden abgestempelt und immer versucht, für jeden da zu sein. Er war ein Mann der Tat, ein Mann für alle Fälle – ehrlich und unverstellt – ein Licht in unserer Zeit.

Text: sica / Fotos: K.Mr.