Dem Gottesdienst lag das Bibelwort Apostelgeschichte 1,13a.14 zugrunde:
„Und als sie hineinkamen, stiegen sie hinauf in das Obergemach des Hauses, wo sie sich aufzuhalten pflegten. […] Diese alle hielten einmütig fest am Gebet samt den Frauen und Maria, der Mutter Jesu, und seinen Brüdern.“
Zunächst schaute unser Vorsteher, Hirte Uwe Herrmann, dankbar auf unser Gemeindefest am Samstag zurück. Sicherlich gibt es das Eine oder Andere beim nächsten Vorhaben zu verbessern. Denn aus Erfahrung wird man klug. Alles in allem war es ein gelungenes Fest, wo Zeit für Spiel, Entspannung und anregende Gespräche war.
Nun widmete er sich dem Bibelwort. Unser Gemeindevorsteher verwies darauf, dass wir uns in der Zeit vor Pfingsten befinden. Das bedeutet nachösterliche Betrachtung: Ostern ist nicht mit Ostermontag vorbei. Vielmehr haben Kreuzigung und Auferstehung Jesu` weitreichende Auswirkungen – bis in unsere Zeit.
Nach Ostern waren Himmelfahrt und Pfingsten die nächsten Etappen im Heils- und Erlösungsplan Gottes. ER schickte den damaligen Jüngern einen Tröster, den Heiligen Geist. Dieser wirkt bis heute. Charakteristisch für ihn ist, dass er seit seiner Ausgießung als sanftes Wehen durch die Reihen der Christen zieht. Er befähigt(e ) die Christen, vom Erlöser und seiner Auferstehung zu erzählen und den Glauben weiterzugeben. Außerdem verleiht der Geist verschiedene Gaben, allen voran die Liebe.
… sollte … hätte … könnte … würde … MACHEN!
Jesus´s Jünger hatten vom Gottessohn klare Anweisungen bekommen. Sie sollten beisammenbleiben. Das bedeutete, sich nicht mehr als 1 km vom Haus zu entfernen. Diese Entfernung ist als Sabbatweg überliefert - zurückzuführen auf die Wüstenwanderung, wo die Israeliten angehalten waren, nicht weiter als 2000 Ellen (ca. 1 km) von der Bundeslade entfernt ihr(e) Zelt(e) aufzuschlagen.
Auch wir haben eine Aufgabe erhalten: in der Gemeinschaft zu bleiben und unseren Glauben zu bekennen. … nicht nur zu reden, sondern zu handeln.
Lasst uns deshalb wie damals die Jünger zusammen bleiben, uns gegenseitig stärken, trösten, miteinander singen und beten. Lasst uns darum bitten, Stille im Inneren zu haben, damit wir verstehen, was Gott uns sagen will und sagen muss. Lasst uns seine Hinweise annehmen und in die Tat umsetzen für die Weiterentwicklung unserer Seele.
Abgeschirmt, beschützt
Im vorgelesenen Bibelwort ist auch von einem Obergemach die Rede. Solch ein Raum war für die damaligen Christen ein wichtiger Treffpunkt im oberen Stockwerk eines Hauses. Für uns steht dieses Obergemach symbolisch für „herausgehoben – fern vom Alltagsgeschehen – abgeschieden in der Stille“.
Miteinander verbunden
Wie schafften es die Jünger „einmütig“ beieinander zu bleiben für längere Zeit? Sind sie sich nicht auf die Nerven gegangen? Nun, die Antwort liegt im Bibelwort: Sie beteten gemeinsam. Wie wird dieses Gebet gewesen sein? Was wird in diesem Gebet alles gesteckt haben? Furcht, Überraschung, Erwartung, Vorfreude, …?
Die damaligen Christen warteten auf die Erfüllung der Verheißung, dass Gott ihnen einen Tröster senden werde. Sie verbanden sich im Gebet miteinander und nährten so ihre Hoffnung.
Auch wir haben eine Verheißung von Gott erhalten. In welcher Erwartungshaltung stehen wir? Schließen wir uns in einer Gebetsgemeinschaft zusammen? Wie beten wir? Verfallen wir in Floskeln? Oder beten wir intensiv, bewusst, berührend?
Handeln nach Gesetz und Anweisung
Die Jünger Jesu`s hielten sich an Vorgaben, die er ihnen zu seiner Lebzeit gegeben hatte. Auch die Pharisäer kann man mit Fug und Recht als Gesetzestreue bezeichnen. Der Unterschied zwischen beiden Gruppierungen zeigt sich darin, inwieweit die innere Einstellung davon (un)berührt blieb. Die Pharisäer und Schriftgelehrten verhielten sich strikt nach Gesetz und Vorschrift, um den äußeren Schein zu wahren.
Lasst uns das zu denken geben. Bleiben wir offen für Gottes Wirken. ER lenkt und leitet uns. Vertrauen wir darauf!
Zusammenfassend können wir sagen: Der Heilige Geist ist die Kraft Gottes, die uns Christen über uns hinauswachsen lässt. Gemeinsam gelingt das noch besser.
Der Gottesdienst wurde von Chor und Instrumentalisten mitgestaltet. Novum war, dass die Gemeinde-Instrumentalgruppe dieses Mal Verstärkung durch Flötistinnen aus der Partnergemeinde Bückeburg erhielt. Im Vorfeld hatte man ein passendes Lied herausgesucht und zunächst noch getrennt voneinander geübt. Während des Gemeindefestes fanden wir Zeit für eine Findungsprobe. Und im Gottesdienst startete die Premiere für die spontan gebildete, Gemeinde-übergreifende Instrumentalgruppe.
Am Ende des Gottesdienstes überbrachte Diakonin Birgit Wild von der Gemeinde Bückeburg Glückwünsche und Gastgeschenk zu unserem Gemeindejubiläum.
Und bevor unsere Gäste die über 450 km weite Heimreise antraten fanden wir uns in kleiner Runde zu einem Mittagsmahl ein. Hier hatten wir nochmals Gelegenheit das miteinander verbrachte Wochenende Revue passieren zu lassen.
Bewegende Begegnungen haben unschätzbare Werte zutage gefördert. Bewahren wir uns diese und bleiben wir in Verbindung – zueinander und zu Gott!
Neuapostolische Kirche