Was tut meiner Seele gut? - Impulsvortrag -

AUERBACH. Bereits beim IKT in München im Jahr 2014 war die Thematik "Was meiner Seele gut tut" stark präsent. In Gesprächsrunden und Vortragsreihen widmeten sich Fachleute dieser Frage. Statistiken und Untersuchungen zeigen, dass die Problematik präsenter ist denn je. Warum?  Antworten auf diese Frage und was wir für uns und andere GUTES tun können war Inhalt des Impulsvortrages am Donnerstag, den 6. November 2025, in der Neuapostolischen Kirche in Auerbach, den mehr als sechszig Zuhörer vor Ort, per IPTV und Telefonübertragung verfolgen konnten.    

In diesem Impulsvortrag ging es in erster Linie nicht um Glaubensfragen, Religionsansichten u.ä., sondern um gesundheitliche Aspekte. Frau Pfarrerin Dorothee Frölich-Mestars und Frau Astrid Kühnke hatten sich der Thematik angenommen. Denn durch ihre Berufe werden sie täglich mit den verschiedensten Problematiken konfrontiert: Frau Frölich-Mestars ist als Klinikseelsorgerin im Sächsischen Krankenhaus für Psychiatrie und Neurologie und im Klinikum Obergöltzsch in Rodewisch tätig. Hier begegnen ihr unterschiedlichste Schicksale, die zunehmend auch auf der Thematik "Was meiner Seele gut tut" beruhen. Frau Kühnke ist in der Familienberatungsstelle im Diakonischen Beratungszentrum Vogtland als Sozialpädagogin angestellt. Sie begleitet insbesondere Kinder, deren Familien mit Erkrankungen und den daraus resultierenden Belastung zu kämpfen haben.

Zu Beginn ihres Vortrages skizzierten sie, wie unsere Gegenwart aussieht: Wir leben in einer zerbrechlichen Welt. Mehrgenerationelles Arbeiten hat mittlerweile in allen Lebensbereichen Einzug gehalten. Die Vereinsamung nimmt zu. Und es ist tatsächlich so, dass zumeist Jüngere erkranken, weil sie den Anforderungen und Belastungen nicht (mehr) gewachsen sind.

Pfarrerin Frölich-Mestars gab den Zuhörern einen kleinen Exkurs darüber, dass das Thema des Abends oft in der Bibel vorkommt: Gott legte seinen Atem auf alles und machte damit alles lebendig. ER schuf den Menschen als ganzheitliches Individuum - Körper, Seele und Geist. Entsteht durch äußere und innere Einflüsse ein Ungleichgewicht, hat das Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Solche "Störungen" machen sich meist durch körperliche und/oder psychische Erkrankungen bemerkbar.

Was hält mich gesund?

Grundsätzlich wurden Sport, gesunde Ernährung, geregelter Tagesablauf, Reduzierung der medialen Einflüsse und Abhängigkeiten, das Aufsuchen von Lieblingsorten u.v.m. als Beispiele genannt.

Dann wurde es konkreter: Durch was kann ich mein Gleichgewicht zwischen Leib, Geist und Seele erhalten?

1. Gutes in den Alltag einbauen

Probieren wir einmal was Neues aus. ... neue Sprache erlernen z. B.. Bauen wir Wohlfühl-Momente in unseren Alltag ein. Nehmen wir bewusst die Natur wahr.


2. Gesunde Beziehungen führen

Das betrifft das Äußern von Bitten und Wünschen;  Rollen innerhalb der Familie, Ansprechpartner und Bezugspersonen; Abgrenzungsverhalten, wenn ich mich dabei nicht wohl fühle, der andere aber die Erfüllung seiner Bitte erwartet. ... Nein-sagen ist legitim, kann aber nicht jeder.
Als nächsten Punkt in dieser Rubrik wurde die Vergebung angesprochen. Studien belegen: Vergeben lässt uns gesünder leben. Vergeben bedeutet nicht, alles gut zu heißen. Vielmehr geht es darum, bewusst loszulassen, eine ehrliche Grenze zu ziehen, das Gedankenkarussell zu durchbrechen.
 

3. Innere Selbstfürsorge

Äußern wir unsere Gefühle, denn sie zeigen an, wo es ein Defizit gibt.
Wie denke ich über mich? Manchmal haben wir eine andere Wahrnehmung von uns als andere. Machen wir uns bewusst, dass Gott immer gut über uns denkt. Wir können uns daher selbst als gut annehmen. Das schließt eine positive Weiterentwicklung nicht aus.

"Liebe Gott und deinen Nächsten wie dich selbst." Dieses Gebot ist unumstößlich und zeigt die Priorität - auch für sich selbst zu sorgen. In diesem Zusammenhang kam das "Helfersysndrom" zur Sprache. Woraus entspringt es? Will ich wirklich dem Anderen helfen oder meine ich eigentlich mich selbst? Projiziere ich eigene Defizite auf andere? Will ich mir selbst helfen, indem ich anderen Gutes tue? 

Ebenfalls wurde die Zunahme der Suchtproblematik angesprochen. Alle Altersschichten sind davon betroffen. 
Wenn wir uns und unser Leben nicht als Geschenk von Gott ansehen, wird es schwierig, Wohlergehen zu haben. Unsere Seele merkt genau wie es uns geht.
 

4. Gemeinden sind Vertrauensorte

Unsere Gemeinden mögen Wohlfühl-Orte sein. Wir sind Menschen und unsere Einzigartigkeit bringt Charaktereigenschaften mit sich, die auch zu (An)Spannung(en) führen können. Achten wir darauf, dass wir Begegnungsräume schaffen, die Vertrauen und Geborgensein ausstrahlen. Aklzeptieren wir die Grenzen des Anderen. Stülpen wir unsere eigenen Meinungen und Ansichten nicht anderen über. Lassen wir uns Freiräume für Entwicklung.
 

5. Unser Glaube

Manche Dinge, Verhaltensweisen, Sitationen, Schicksale können wir nicht ändern. Wir können aber an uns "arbeiten", um diese anzunehmen.
Verdeutlichen wir uns, dass das Beherzigen von Gottes Lebensregeln gut tut. Fragen wir uns wie wir unsere Beziehung zu Gott und seinem Sohn beleben können. Denn die Sicherheit aus unserem Gottvertrauen erleichtert unser Leben und verhilft uns zu Wohlergehen.
 

Neben diesen Punkten wurde auch beleuchtet, dass ein psychisch Erkrankter nicht nur allein betroffen ist. Eine solche Erkrankung hat gravierende Auswirkungen auf seine Familie, sein Berufsleben, seinen Alltag, seinen Freundes- und Bekanntenkreis u.v.m.. Kinder, deren Eltern erkrankt sind, fühlen sich schnell verantwortlich und schuldig, wusste Frau Kühnke aus ihrem Berufsalltag zu berichten. In solchen Fällen ist es wichtig, den Kindern altersgerecht zu erklären:

  • wie sich die Krankheit äußert,
  • dass Mama oder Papa durch ein Wechselbad der Gefühle gehen,
  • dass sie keine Schuld am Verhalten ihrer Eltern tragen.


Frau Astrid Kühnke und Frau Pfarrerin Dorothee Frölich-Mestars gaben sachdienliche Hinweise und Adressen von "Anlaufstellen", wo man fachkundige Hilfe bekommen kann.

 

Fazit:

"Es ist nicht gut, dass der Mensch alleine sei!" Wir leben in Beziehung(en) miteinander. Sind wir dankbar für unser von Gott geschenktes Leben und achten wir dieses Geschenk, indem wir uns und unseren Nächsten GUTES tun - im richtigen Maß und mit der richtigen Intention.